Bahnhof Zepernick



Den Grundriss vom
1. OG des Bahnhofes Zepernick
finden Sie hier:
S-Bahnhof Zepernick Grundriss Obergeschoss.pdf
 
 


Beitrag von Herrn Fahlbusch, eingestellt am 24.10.2011

Beitrag zur aktuellen Debatte: Bahnhof Zepernick

Im Ortsentwicklungsausschuss äußerte der stellvertretende Bürgermeister dass

  1. Die Sanierung des denkmalgeschützten Gebäude ca. 1 Mio Euro kosten würde, die die Gemeinde zur Zeit nicht hat
  2. Selbst wenn die Gemeinde das Geld hätte, es dem Bauamt an Kapazitäten mangelt, die Sanierung zu planen, zu leiten
          zu kontrollieren
  3. Gesetzt dem Fall, die Gemeinde hätte das Geld und die Ingenieure im Bauamt, dann könnte die Sanierung frühestens in
          2 Jahren losgehen, bis dahin hat Bahn noch ‚die Hand drauf‘

Nun fragen einige, warum wurde das Gebäude für mehrere 10 Tausend Euro von der Bahn gekauft. Zumal auch ohne
Sanierung Kosten anfallen. Vielleicht hätte es uns die Bahn eben wegen dieser Kosten irgendwann geschenkt. Ich glaube,
ausschlaggebend war nicht das Gebäude sondern die zugehörige Nutzfläche.

Aber nun ist es so gelaufen, wir wollen nach vorn sehen. Dabei steht fest: Egal, welche Nutzung das Gebäude erfährt, die
Sanierungskosten fallen an. Damit steht für mich ebenso fest, ein privater Investor/Sanierer wird sich nicht finden. Was
könnte er schon mit dem Koloss anfangen. Ergo wird die Gemeinde sanieren (müssen). Wenn das so ist, sollte das
Gebäude von der Gemeinde nach der Sanierung auch betrieben werden. Und zwar als Kulturstätte, als

                                                   Kultur-Bahnhof  Zepernick

Kultur-Bahnhof über drei Etagen. Kultur gibt es in Panketal bisher nicht/kaum. Und wenn doch, dann versteckt, in unwürdigen
Räumen oder durch Schüler in unseren Schulen. Zum Kulturbahnhof: Das Erdgeschoß wird Veranstaltungssaal für
gehobene Ansprüche (Lesungen, Konzerte, für die Jugend (Disko), für die Senioren (Tanztee). In Klammern lediglich
austauschbare, oder erweiterbare Gedankensplitter.
Die Veranstaltungen können/sollen zugunsten der Gemeindekasse kostenpflichtig sein. Denkbar ist auch die Vermietung des
EG an einen Veranstaltungsbetreiber.

Das 1. Obergeschoß ist so wie es ist schlecht nutzbar, da die Decke über dem Saal im EG etwa 1 m über dem sonstigen
Fußbodenniveau  liegt. Sie sollte so abgesenkt werden, dass das 1. OG in allen Räumen gleiche Fußbodenhöhen hat.
(Ich habe es mir im Detail angesehen). So ist die Etage mit drei bis vier Räumen nutzbar für Zirkelarbeit (Malen, modellieren,
Probenraum für Bands, Ausdruckstanz – nur als Beispiel).

Mit einigen guten Willen ist auch das 2. OG nutzbar. Dazu wäre die Zwischendecke zu dem kaum so zu bezeichnenden
3.OG zu entfernen, ebenso alle nichttragenden Wände und es entstünde eine feine Möglichkeit für ein Museum/
Galerie/Wander-/Dauerausttellung.

Zu diskutieren ist meines Erachtens der Gang zwischen Eingangshalle und Treppe zum Bahnsteig. Er ist für die DB
relativ nutzlos, könnte aber eine willkommene Erweiterung des Veranstaltungssaals sein.

Falls sich für den Vorschlag Anhänger finden, wäre die Möglichkeit eines kollektiven Vorantreibens des Vorschlages
bis hin zur Erarbeitung der Aufgabenstellung für ein Planungsbüro machbar.

Kultur in welcher Form auch immer, ist für den Menschen wichtig.

J. Fahlbusch


Beitrag von Magda Schmager, eingestellt am 27.10.2009
Als Resultat von mehreren Gesprächen mit Bürgern unserer Gemeinde möchte ich folgende Vorschläge für die Nutzung des Bahnhofsgebäudes vorschlagen:
Da sich am Bahnhof die Fahrräder und Radfahrer konzentrieren, sollte die Fahrradwerkstatt dort eingerichtet werden. Das ist eine zentrale Stelle und gleichzeitig ist schnelle Hilfe möglich.
Zum anderen könnte sich ein Verein der Eisenbahnfreunde mit Modellbau dort einrichten. Es gibt in unserer Gemeinde sehr viele auch ehemalige Eisenbahner, die man nur aktivieren müsste und denen vielleicht nur die Räumlichkeiten für dieses Hobby fehlen.  Hier könnte ich mir eine sehr gute Zusammenarbeit zwischen Alt und Jung vorstellen. Die Eisenbahnfreunde stört kein Zuglärm.


Beitrag von Herrn Manske, eingestellt am 3.9.2009
Den bisherigen Beiträge zum Bahnhof (eigentlich Empfangsgebäude) möchte ich zwei Überlegungen hinzufügen.

Falls es in Panketal eine Gruppe modelleisenbahnbegeisterter Leute gäbe, dann wäre hier (ein Raum des Empfangsgebäudes) doch der geeignete Ort. Dies würde fast automatisch Nachwuchs anziehen, wie bei Modellbahn AGs üblich. (Kinder- Jugendarbeit)

In viel kleineren Gemeinden gibt es Heimatmuseen bzw. Heimatstuben. Der Bahnhof – an einer der ältesten deutschen Fernbahnen gelegen – wäre ein passender Ort. Die historische und aktuelle Bedeutung des Gebäudes würden dies unterstreichen – schließlich ist das Wagenrad Teil des Wappens und die Station Zugangspunkt für Pendler und Besucher. Das schon erwähnte Archiv im gleichen Haus wäre dann nur folgerichtig.

Mit freundlichen Grüßen – Matthias Manske


Beitrag von Rose Schulze, eingestellt am 18.8.2009
Wovon träumt die Kunstschule...
 
Die Kunstschule e.V. träumt von einem Haus mit einem großen Arbeitsraum, in dem man eine breite Palette kreativer Beschäftigungen anbieten kann.  Ein Nebenraum sollte Regale und Schränke haben, wo  Staffeleien, Bildhauerböcke und Farben oder Instrumente untergebracht werden können. Ein genauer Ablaufplan regelt die unterschiedlichen Aktivitäten. Unsere Kunstschule soll begabte Kinder und Jugendliche fördern und am Abend Erwachsenen Kurse anbieten..Es sollte ein buntes Haus der Phantasie werden in dem Musik und Kunst und  Tanz einen Platz finden. Ein ähnliches Modell finden wir im Gesindehaus in Berlin Buch.
Wir haben bereits vor Jahren den Bahnhof besichtigt als möglichen Kunst - Ort. Damals  haben wir den Dachboden als mögliche Wirkungsstätte gesehen. Seine Gliederung läßt verschiedene Inszenierungen zu und könnte zwischenzeitlich durch andere Aktivitäten oder auch als Ausstellungsraum für unsere Mitglieder genutzt werden.
Unser größtes Problem sind Mietkosten geworden. Die Honorare der Mitglieder decken meist nur den Verdienst der Lehrer und die Material- und Reinigungskosten .Unsere Existenz hängt von den Konditionen des Hauses ab.
 
Rose Schulze
Leiterin der Kunstschule


Diskussionsvorschlag von Studio 7 (Frank Korb) zur Nutzung des Bahnhofsgebäudes Zepernick (eingestellt am 11.8.2009)
Das Studio 7 besteht seit 2003 in Zepernick.  Wir bieten in unserer Einrichtung eine Vielzahl von kulturellen und sportlichen Angeboten. Durch unsere jahrzente lange Tätigkeit im Kultur-Event-Bereich und unsere Erfahrungen der letzten Jahre in Panketal, glauben wir ein schlüssiges Konzept für die Bewirtschaftung des Bahnhofgebäudes vorlegen zu können.

Wir glauben nicht, dass in der unmittelbaren Umgebung des Bahnhofs noch weitere gastronomische Einrichtungen angesiedelten werden müssten, weil die vorhandenen gut und ausreichend sind.  Auch ein Live-Musik-Lokal halten wir für ungeeignet, denn nur unweit vom Bahnhof der  Zepernicker Hof diese Klientel schon voll und ganz bedient. Wir würden gerne mit unserer Einrichtung Studio 7 in das Bahnhofsgebäude übersiedeln, da unsere momentanen  Platzverhältnisse unzureichend bzw. uneffektiv sind.  Mit unseren unten aufgeführten Angebote und deren Erweiterung könnten wir eine wesentliche Bereicherung für das Kulturleben in Panketal bieten.

Tanzunterricht

1.                  Tanz- und musikalische Früherziehung für Kinder ab 3 Jahre
2.                  Kurse für Gesellschafts- und Lateinamerikanische Tänze
3.                  Das Erarbeiten von Show-Choreographien mit Jugendlichen gestaffelt nach Altersgruppen
4.                  Klassisches Ballet
5.                  Step-Aerobic, Body-Shaping und Rückenschule für alle Altersgruppen gestaffelt nach Leistungsgrad
6.                  Yoga
7.                  Line-Dance Kurse

Musikunterricht
Der Musikunterricht findet im Tonstudio statt und bietet alle damit verbundenen Möglichkeiten (Mitschnitt, Demo CD-Herstellung, virtuelles Bandtraining). Folgende Kurse werden  sowohl als Einzel- wie auch Gruppenunterricht angeboten:
1.                    Akkustische und elektrische Gitarre
2.                    Elektrobass und Kontrabass
3.                    Schlagzeug
4.                    Klavier, Keyboard und Akkordion
5.                    Gesang und Vocal-Coaching
6.                    Blasinstrumente
7.                    Band-Training

Veranstaltungen
Seit September 2006 führen wir regelmäßig  (ein- bis zweimal im Monat) in den Räumen unserer kleinen Tanz- und Musikschule Studio 7, ein Sonntagskonzert mit anschließender Musiker-Session durch.  Die Konzerte sind für Jedermann frei zugänglich und mit geringen Eintrittspreisen für viele Panketaler Musikinteressenten ein attraktives Event. Die dort auftretenden Musikgruppen kommen überwiegend aus der Berliner und Brandenburger  Blues-, Jazz- und Rockszene. Auch aus der Zepernicker Partnerstadt  Erftstadt bei Köln, konnten schon Künstler verpflichtet werden.  Durch die hohe Qualität der Musikdarbietungen und die einmalige Atmosphäre, hat sich diese Veranstaltungsreihe mittlerweile zum festen Bestandteil des Panketaler Kulturlebens gemausert.  Die einzelnen Konzerte sind in zwei Teile gegliedert: Der erste Teil besteht immer aus einem Konzert der geladenen Band oder Musikgruppe; und der zweite Teil ist für alle anwesenden Musiker als Session (zwangloses Improvisieren) gedacht.  Es haben sich durch diese Veranstaltungsreihe auch neue Musikgruppen und Projekte gebildet, die hier ihren Ausgangspunkt hatten. Inzwischen gehen viele renommierte Musiker bei der „Blue Sunday Session „ ein und aus. Das musikalische Anliegen dieser Veranstaltungsreihe ist die Pflege der traditionellen Jazz-, Blues- und Rockmusik. Mit der bewussten Wahl des Sonntagnachmittags als regelmäßigen Konzerttermin, konnten wir viele Musikfreunde in Panketal für die „Blue Sunday Session“ gewinnen. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt ist es so, dass die Räumlichkeiten für diese Veranstaltungsreihe aus den Nähten platzen, und nicht alle Gäste daran teilnehmen können.  Ein Umzug in den Zepernicker Bahnhof bietet sich förmlich an.

Am Wochenende könnte man, einen Eventraum (Bahnhofshalle) zur Verfügung stellen, z.B. private Feiern, Kinoveranstaltungen, Kinderdisco oder gemeindlicher Veranstaltungen.  Durch unsere jahrelange Erfahrung in Eventmanagement sowie dessen Durchführung (Ton-, Licht-, Bühnentechnik und Veranstaltungsorganisation) sind wir für diese Art der Veranstaltung der richtige Ansprechpartner. Gespräche mit  Mitarbeitern des Barnimer Jugendwerkes haben eine Bereitschaft für die Zusammenarbeit in Hinsicht auf Musical- und Theater-Projekten erkennen lassen.

Für den Fall, dass die Nutzungsflächen dies hergeben, ist eine Zusammenarbeit mit einem großen Gesundheitssportverein geplant.  Der Verein MediSport e.V. bietet viele interessante Gesundheitsangebote u. A. Herzsport-, Osteoporose- und Rheumagruppen, sowie Seniorensport und Tai Chi. Weitere Angebote kann man auf der eigenen Webseite entnehmen:  www.medisport-berlin.de .

Ein fester Bestandteil des Programmangebotes des Zepernicker Bahnhofs wird die Zusammenarbeit mit der bildenen Künstlerin Rose Schulze sein, die in Panketal eine Kunstschule betreibt. Über die Angebote der Kunstschule informieren Sie sich über die Webseite: www.rose-schulze.de

Unsere Veranstaltungsideen die den Bahnhof betreffen, sind schier unerschöpflich. Sie reichen von Lateinamerikanischen Tanzabenden,  Filmvorführungen örtlicher Filmemacher, Tanztees für Senioren, bis hin zu Diavorführungen der Radtouren zwischen Barnim und Usedom. Entscheidend für unsere Veranstaltungsideen ist immer auch die regionale Interessenslage.

Vorstellbar wäre, das Gebäude in verschiedene Bereiche zu Teilen. Die Bahnhofshalle könnte der Eventbereich für Konzert, Tanz, Kino etc sein. Der Bereich im 1. Stock bzw. Dachboden, für Tanz-/Musik-/Sportkurse und der Keller als Lagerraum für Bühnen-/Ton- und Lichttechnik, die im Übrigen auch für gemeindliche Zwecke nutzbar wären (Schlendermeile, Gemeindefest etc).

Für alle die sich über unsere momentane Tätigkeit interessieren und auch Fotos sehen möchten ist unsere Homepage:

http://www.show-on-tour.to/
 


Beitrag von Ines Moukahal, eingestellt am 3.8.2009
Sehr geehrter Herr Fornell,

nach unserem kurzen Gespräch auf dem Unternehmerstammtisch habe ich mir als neue Panketalerin das Bahnhofsgebäude mal bewußt angeschaut. Es ist ein sehr schönes Gebäude und sollte optimal und generationsübergreifend genutzt werden.
In erster Linie sollten meiner Meinung nach Möglichkeiten der Nutzung für Jugendliche ab 16 Jahren eingerichtet werden. Dabei schwebt mir ein Projekt mit viel Eigenverantwortung der Jugendlichen vor. Die Jugendlichen könnten aktiv bei der Renovierung und Gestaltung der Räume mitwirken und könnten diese nach ihren Interessen nutzen. Ob das mal einfach nur Chillen, Quatschen oder Tanzen ist oder ob mal eine Schülerband oder Rappertruppe auftreten soll, können die Jugendlichen selbst entscheiden und organisieren. Finanzieren könnte man sich über das Betreiben einer Bar mit sehr moderaten Preisen und mit geringen Eintrittspreisen bei Konzerten und Diskotheken. Die Räume könnten von der Gemeinde vielleicht mietfrei zur Verfügung gestellt werden. Selbstverständlich könnten auch andere Veranstaltungen stattfinden, berufsbildende Schulen könnten sich vorstellen, Diskussionsrunden über die Sorgen und Ideen der Jugendlichen könnten durchgeführt werden, neue Musik, Bücher oder Filme könnten vorgestellt werden .... je nach Wunsch der Jugendlichen. Vielleicht erlaubt das Budget der Gemeinde für ein derartiges Projekt einen festen Sozialarbeiter einzustellen, vielleicht lässt sich dafür auch eine ABM-Stelle einrichten. Einer der Räume könnte für die Jugendlichen täglich zugänglich sein, um sich einfach nur zu treffen. Es könnte eine kleine Bücher- oder Comicecke, einen Kicker, ein Billard geben,  ... Eine alte Couch, Tische und Stühle hat man sicher schnell zusammen.

Vielleicht kann man die älteren Jugendlichen Panketals aufrufen, Ihre Meinung, Wünsche und Ideen zu einem derartigen Projekt und zu Ihrer Bereitschaft, Eigenverantwortung dafür zu übernehmen, vielleicht einen Verein zu gründen, befragen.

Das Argument, es würden Außenflächen fehlen oder die Räumlichkeiten wären nicht geeinigt, um das Gebäude für Jugendliche zu nutzen, kann ich nur bedingt nachvollziehen. Ich kenne ein Projekt in Berlin-Friedrichshain in engen Souterrainräumen mit fehlender Außenfläche, welches von Jugendlichen sehr intensiv genutzt wird.

Andere Räume des Gebäudes könnten vielleicht für kulturelle Projekte für alle Altersgruppen genutzt werden, wie Lesungen, kleine Konzerte, Filmvorführungen, Diskussionsrunden, Präsentationen, Kindertheater, Kochkurse.

Sicher müßte das Gebäude für derartige Veranstaltungen umgebaut werden. Man bräuchte einen größeren Saal, sanitäre Einrichtungen - eventuell auf mehreren Etagen - eine große Küche, eine Art Bar oder Imbiß.

Wäre es vielleicht möglich, das Gebäude gleich im Zusammenhang mit dem Umbau des Bahnhofs ebenfalls behindertengerecht umzubauen?

Wenn die Gemeinde dringend Archivräume oder ähnliches benötigt, sollte dafür natürlich auch Raum zur Verfügung gestellt werden. Vielleicht läßt das Budget aber auch zu, eine innovative professionelle digitale Lösung dafür anzuschaffen. Bei diesen Lösungen sucht man nicht in einem (Papier)-Aktenordner, sondern in allen gleichzeitig und findet auch Dokumente, welche vielleicht "falsch" abgelegt wurden und dies unabhängig von Öffnungszeiten und sogar von unterwegs.

Naja, es könnte auch ein wenig schade sein, wenn ein attraktives Gebäude an so zentraler Lage als Archiv genutzt werden würde.

Das waren meine ersten Gedanken zu diesem Thema. Wenn es sich zeitlich einrichten läßt, bin ich gern bereit, ehrenamtlich derartige Projekte zu unterstützen.

Mit freundlichen Grüßen

Ines Moukahal

 

Antwort von Rainer Fornell

Sehr geehrte Frau Moukahal,

da haben Sie ja eine regelrechtes Feuerwerk an Ideen angefacht. Alles wird wohl kaum nebeneinander funktionieren. Aber darauf kommt es jetzt noch gar nicht an. Ich freue mich jedenfalls, dass Sie als Neu Panketalerin gleich mal in die Debatte eingestiegen sind und so schnell reagiert haben.

Mit freundlichen Grüßen


Beitrag von Silvana Schmidt
Ich freue mich über die Ausschreibung eines Ideenwettbewerbes für die Nutzung des alten Bahnhofsgebäudes im Ortsteil Zepernick. Die Lage ist aus meiner Sicht zentral, weshalb das Nutzungskonzept möglichst viele Menschen ansprechen sollte. Ich könnte mir vorstellen aus dem Gebäude eine Art „soziokulturelles Zentrum“ zu entwickeln, in dem verschiedenste Möglichkeiten der Freizeitbeschäftigung, Kinder-Jugend und Erwachsenenbildung sowie des Konsums von kulturellen Angeboten bestehen. Auch in Panketal existiert ein generationsübergreifender Bedarf an kreativen Entfaltungsmöglichkeiten, außerschulischer Bildung und Kulturgenuss.
In einem solchen Haus könnten dann beispielsweise verschiedene Kreativzirkel, Sprach- und Tanzkurse zum regelmäßigen Angebot gehören. Darüber hinaus wäre es großartig, wenn sich in den Räumlichkeiten ein größerer Saal installieren ließe, der für kulturelle Events, wie z.B. Konzert- und Theaterveranstaltungen, Lesungen oder Film- und Diaabende zur Verfügung stehen würde.
Auch die Ansiedlung von bestimmten Beratungs- oder Hilfeangeboten wäre denkbar.    
Mir ist klar, dass die Frage der Betreibung und Rentabilität eines solchen Zentrums im Vorfeld hinreichend diskutiert werden muss. Aber vorerst sind ja die Ideen und Wünsche gefragt.

Ich möchte mich an zweiter Stelle, nicht ganz so vehement wie in dem Schreiben des Barnimer Jugendwerk e.V. dargestellt, zur eventuellen Nutzung des Gebäudes als Jugendfreizeiteinrichtung äußern. Ich bin nicht der Meinung, dass das Bahnhofsgebäude für die Nutzung als Jugendfreizeiteinrichtung gänzlich ungeeignet erscheint.
Ich spreche mich nur  mehr für die Nutzung vorhandener Ressourcen in der Gemeinde aus und die sinnvolle Verbindung von sich ergänzenden Angeboten. So bietet sich meiner Meinung nach der Sportplatz in Zepernick mit dem zum Teil bereits umgesetzten Arial des Sport- und Spielparks als Standort für eine Jugendfreizeiteinrichtung eher an. Eine neue Freizeiteinrichtung könnte dort, eingebettet in entsprechende Außenanlagen an Attraktivität gewinnen und außerdem die Auslastung der Freizeitsportanlagen fördern.

Eine Nutzung des Bahnhofsgebäudes als Jugendfreizeiteinrichtung wäre mit entsprechenden Einschränkungen allerdings auch vorstellbar. Nur müssen wir uns darauf einstellen, dass sich in diesem Fall auch Jugendgruppen vor und um den Bahnhof herum aufhalten werden, die wir dann nicht als störend empfinden dürfen.

Silvana Schmidt
Jugendkoordinatorin in der Gemeinde Panketal, 23.7.2009


Die Kinder vom Bahnhof Panketal?
Ideen für den Bahnhof Zepernick

Christian F. ist eigentlich kein Panketaler. Er hält sich vorwiegend in Berlins Mitte am Alex oder in Buch auf. Hier treffen sich dutzende, manchmal auch hunderte Jugendliche und Kinder und verbringen den Tag. Der Tag für Christian F. ist hart. Er hat kein Einkommen, kein Zuhause und wie er selbst sagt: Keine Perspektive. Seine Freundin meint, er trinke zu viel. Doch damit steht er nicht allein. Am Alex. In Buch. Sonstwo. Ich zähle 23 schwarz bis bunt gekleidete junge Menschen. Wie eine Burg haben sie sich für diesen Abend gefunden. Ihre Haut zeigt die Landkarte ihres Lebens.

Öfter trifft man sich jetzt auch in Bernau. Am Busbahnhof. Flaschen werden herumgereicht. Wenn sie alle ist, hat irgendwer schon die nächste parat. Wenn das Geld fehlt, wird gesammelt. Bei Passanten natürlich, wir haben doch nichts! Am besten geht das an S-Bahnhöfen. Hier herrscht reger Verkehr, da fällt immer was ab für uns, meint Christian F. Wichtig ist die Gruppe; alleine überleben geht nicht, fügt er hinzu und macht sich eine Zigarette an. Rauchverbot? Er lacht. Fahrkarte? Er lacht wieder. Ohne Adresse und ohne Geld, na wenn schon. Ich zähle die Hausverbote und Strafbescheide schon gar nicht mehr. Er erzählt von Hans. Der war drei Monate in Haft. Schwarzfahren… Eine neue Flasche geht herum. Es wird gelacht. Die Hunde, beliebte Begleiter der Gruppe, kläffen und streiten sich wild knurrend um eine Wurst am Boden. Ich zähle sieben Hunde.

Über die Idee in Panketal den Bahnhof für die Jugend flott zumachen, freut er sich. Da könnte man dann hingehen. Denn, wer will uns schon haben. Wir sind viel auf Wanderschaft. Letztens am Alex, da waren wir satte 500! Die Polizei hat längst aufgegeben, freut er sich. Er nimmt einen langen Schluck aus der Flasche und hört seinem Kumpel zu. Wir lassen uns nicht vertreiben! Seine Augen sind glasig und stark gerötet. Irgendwo müssen wir ja leben! Wer will uns das verbieten, he? Und die Anwohner, frage ich? Der Lärm? Beide zucken die Schultern. Halb so schlimm. Baulärm, Straßenverkehr, Sirenen, das ist für alle ok, oder? Nur weil wir arme Schweine sind, ist sofort der Teufel da. Und die Bullen! Alle nicken. Christian F. sagt, er müsse los. Wir brauchen Geld. Eine S-Bahn fährt ein und ich verabschiede mich mit dem unguten Gefühl, dass für diese Menschen der Zug schon abgefahren ist.

Hagen Bonn, Leiter Hort Zepernick, Juli 2009


Gesendet: Freitag, 10. Juli 2009 17:17
An: Rainer Fornell
Betreff: Bahnhof Zepernick

Guten Tag Herr Fornell,
 
es ist eine wunderschöne Idee den Bahnhof Zepernick nun neu zu gestalten. Ein so zentraler Ort sollte auch die Lebendigkeit und das Leben der Panketaler widerspiegeln. Ein Mix aus Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Das Bahnhofsgebäude könnte bunt und erfrischend für alle "Reisenden" sein. Vielmehr sollte dieser Bahnhof auch durch seine Vielfalt viele Besucher anziehen und wiederkehren lassen. Farben und Formen beeinflussen stark unser Leben und fließend und erfrischend wie die Panke sollte auch der zentrale Ort(Bahnhof) sein. Da ich im letzten Jahr meine farbenfrohen und großformatigen Bilder in der Galerie Panketal(Freiheit Phantasie - Diana Beck) darstellen konnte, würde ich gerne in diesem Projekt meine Ideen und Farbkompositionen vorstellen und meine Unterstützung bei der Umsetzung anbieten.
 
Mit freundlichen Grüßen
 
Diana Schwan-Beck
aus Schwanebeck
 

Antwort vom 12.7.2009


Hallo Frau Schwan-Beck,

danke für Ihre Meinung zum Bahnhof und die Bereitschaft an der Gestaltung mitzuwirken. Die Diskussion hat gerade erst begonnen, der Bahnhof ist uns ja quasi zufällig in den Schoß gefallen, naja nicht ganz zufällig. In erster Linie kommt es nun auf ein inhaltliches Nutzungskonzept an. Zwar ist der Bahnhof äußerlich gut erhalten, aber innen muss im erheblichen Umfang aus- und umgebaut werden. Er ist - wenn man so will - ggw. nur eine Hülle. Natürlich gehört zur Nutzung auch ein entsprechendes Erscheinungsbild. Form und Inhalt müssen schon zusammen passen. Da könnten Sie dann ins Spiel kommen. Im Moment ist aber die Phase „Inhalt suchen“ aufgerufen. Meist folgt Form dem Inhalt, warten wir also ab, was es inhaltlich werden wird, dann stellt sich die Frage nach der äußeren Form konkreter. Bitte verfolgen Sie die Debatte weiter. Ich stelle auch diesen Beitrag auf der Homepage der Gemeinde unter aktuelle Debatten online.

Mit freundlichen Grüßen

Rainer Fornell


Stellungnahme des Barnimer Jugendwerks (BJW) zum Thema Jugendclub im Bahnhof (vom 3.6.2009)

Sehr geehrter Herr Fornell,
 
bei der letzten Vorstandssitzung des BJW e.V. am 26.5.09 wurde durch die anwesende Jugendkoordinatorin der Gemeinde, Silvana Schmidt, und durch unseren im Jugendklub "Heizhaus" angestellten Sozialpädagogen Wolfgang Kuhn das Thema einer möglichen neuen Jugendeinrichtung im Bahnhofsgebäude Zepernick angesprochen. Wie einer lokalen Pressemitteilung (Barnim Echo Mai 2009, Artikel von Olav Schröder) zu entnehmen war, hat die Gemeinde den Kauf dieses Gebäude beschlossen unter dem Aspekt, dort eine neue Jugendeinrichtung als Ersatz oder auch Ergänzung des zu kleinen "Heizhauses" einzurichten. Dazu fanden im Vorhinein Begehungen des Gebäudes statt, an der auch Wolfgang Kuhn und Silvana Schmidt teilgenommen haben. Der Vorstand des BJW war bisher nicht involviert.
 
In unserer letzten Vorstandssitzung äußerten sich nun beide Vertreter der Jugendarbeit, Silvana und Wolfgang, sehr kritisch über die Eignung dieses Bahnhofgebäudes als eine offene Jugendfreizeiteinrichtung, auch nach einem geplanten Umbau! Sowohl die Größe und Lage der Räume wie auch die Lage am Bahnhof mit fehlender Freifläche machen dieses Objekt nach ihren Worten völlig ungeeignet zur Nutzung als eine Jugendeinrichtung. Dieses klare Statement beider Jugendarbeiter sollte aus unserer Sicht Beachtung bei der weiteren Planung finden! Eine Umfrage unter den Jugendlichen der Gemeinde wurde jetzt erst in Gang gebracht, das Ergebniss steht folglich noch aus. Hier besteht sicher noch weiterer Diskussionsbedarf!
Das BJW e.V. als Betreiber des jetzigen "Heizhauses" wünscht sich eine größere Jugendeinrichtung, da das Problem der Enge seit Jahren bekannt und auch immer wieder angesprochen wurde. Wir haben daher größtes Interesse an einer neuen oder anderweitigen Einrichtung. Bekannt ist uns die Diskussion über ein Mehrzweckhaus an der Strasse der Jugend. Hier würden die Jugendarbeiter von der Lage her besser mit den Jugendlichen arbeiten können. Das Gebäude könnte in der Planung bereits an die zukünftigen Erfordernisse angepasst werden.
Ich wollte Sie über unseren Standpunkt informieren, da dieses Thema uns auch direkt betrifft. Insbesondere auch, was dann die Weiterführung des jetzigen "Heizhauses" betrifft. Lassen Sie uns wissen, an welchen Stellen wir uns in die weitere Diskussion einbringen können und leiten Sie diese mail ggf. an die interessierten Personen weiter. Unser Vorstand wird sich diesbezüglich wieder mehr in den politischen Raum einbringen müssen.
 
mit freundlichen Grüßen
Dr. Roland Glöckner
Vorstandsvorsitzender Barnimer Jugendwerk e.V.


Antwort Bürgermeister (4.6.2009):

Sehr geehrter Herr Dr. Glöckner,

vielen Dank für die Positionsbestimmung des BJW. Ich nehme also zur Kts., dass Frau Schmidt und Herr Kuhn der Meinung sind, das Größe, Lage und fehlende Außenflächen des Objekts gegen eine Nutzung als Jugendclub sprechen. Ich will das zunächst gar nicht weiter kommentieren oder bewerten.

Wichtig für die Gemeinde war sowieso zunächst ersteinmal das Gebäude zu erwerben. Bei dem Preis von 25 000 € zuzüglich ca. 800 m² Außenflächen und vorallem der exponierten Lage, kam es gar nicht darauf an, dass man schon eine Nutzungsvorstellung hat. Einen Jugendclub dort einzurichten war auch keinesfalls die einzige Überlegung. Zum Beispiel braucht das Rathaus auch zusätzliche Flächen für Büros, es wird langsam eng, oder auch Archivräume. Auch eine Vermietung für gastronomische Zwecke ist vorstellbar. Ich bin mir absolut sicher, noch viele spannende Ideen und Vorschläge zu hören und es wird noch einige Zeit vergehen, bevor wir Klarheit haben, was dort passiert. Insofern ist es ja gar nicht schlecht, wenn man verschiedene Nutzungen vielleicht auch schon frühzeitig ausschließt. Allerdings ist ja das BJW auch nicht der einzige möglich Träger eines Jugendclubs. Vielleicht findet sich ein anderer dem gerade diese zentrale Lage sehr vorteilhaft erscheint. Jedenfalls beginnt die Diskussion gerade erst.

Mit freundlichen Grüßen, Rainer Fornell